Veranstaltungsort
Digitaler Lernraum der
Architektenkammer Niedersachsen
Online
In vier Themenblöcken werden die besonderen Herausforderungen bei der Planung und Ausführung von ausgebauten Dächern, Flachdächern in Holzbauweise, genutzten Dachflächen sowie niveaugleichen, barrierefreien Schwellen behandelt:
Dachausbau
Ausgebaute Dächer müssen darunter befindliche Räume gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen schützen. Die Dachkonstruktion muss den geschuldeten Wärmeschutz gewährleisten und gegen das Eindringen von Feuchtigkeit durch Wasserdampfdiffusion und Luftströmung aus dem Innenraum geschützt werden sowie dazu beitragen Lüftungswärmeverlusten und Zugerscheinungen zu vermeiden. Dies gilt auch bei der Umnutzung eines Speichers zu einem ausgebauten Dachgeschoss und stellt Planer und Ausführende vor besondere Herausforderungen. Das Seminar befasst sich im Einzelnen mit folgenden Themen:
1. Regenschutz
2. Bauphysik ausgebauter Dächer (Wärme- und Feuchtigkeitsschutz)
3. Belüftung der Dachkonstruktion – immer erforderlich?
4. Luftdichtheit und Winddichtheit
5. Umgang mit obersten Geschossdecken
Flachdächer in Holzbauweise – Risiken und Nebenwirkungen
Flachdächer werden seit Jahrzehnten in Holzbauweise erstellt. Sie sind aufgrund des raschen Baufortschritts besonders wirtschaftlich. Dennoch verlangt Holz als organischer Baustoff beim Einsatz als Flachdach von allen Planungs- und Ausführungsbeteiligten umfassende Materialkenntnisse, die insbesondere den Wärme-, Feuchte- und Holzschutz betreffen. Zahlreiche Schadensfälle führen bei nicht belüfteten Flachdachkonstruktionen zu Verunsicherungen und werfen die Frage auf, ob diese Bauweise ausreichend dauerhaft und fehlertolerant ausgeführt werden kann. Folgende Aspekte werden im Seminar behandelt:
1. Bauphysikalische Grundlagen und Regelwerke
2. Konstruktionsprinzipien
3. Zuverlässigkeit nicht hinterlüfteter Holzflachdächer
4. Funktionsweise feuchtevariabler Dampfsperren
5. Schadensvermeidung
Konstruktionsprinzipien genutzter Dächer
Auch bei genutzten Dächern stehen Feuchteschäden wegen Mängeln der Flachdachabdichtung im Fokus. Daher ist es auch für den Bereich der genutzten Dächer über die notwendigen Zuverlässigkeits- und Sicherheitskriterien der unterschiedlichen Bauweisen, die sich insbesondere in den Schadensfolgen und dem Aufwand der Schadensbeseitigung ermessen lassen, zu berichten. An das Qualitätsniveau angepasste Detaillösungen sollten dann zur Ausführung kommen.
Das Seminar befasst sich im Einzelnen mit folgenden Themen:
1. DIN 18531 vs. Flachdachrichtlinie? Regelwerke – Gefälle und Stoffe
2. Abgrenzung zwischen Dachterrassen und Balkonen
3. Bauweisen genutzter Dächer und Balkone
4. Details
Niveaugleiche Schwellen, Barrierefreiheit
Niveaugleiche Türschwellen werden als Sonderlösung in den Regelwerken der Bauwerksabdichtung beschrieben, obwohl dies im Barrierefreien Bauen insbesondere bei öffentlichen Gebäuden als Standard gefordert ist. Diesen scheinbaren Widerspruch gilt es zu lösen. Folgende Aspekte werden im Seminar detailliert behandelt:
1. Problemstellungen und Regelwerksituation an Türschwellen
2. Beurteilung der tatsächlichen Beanspruchung führt zu erforderlichem Abdichtungsaufwand (Forschungsarbeit AIBau)
3. Planungs- und Ausführungshinweise: Reduzierung d. Wasserbeanspruchung, Wasserführung auf und unter Belägen, Notwendigkeit von Gefälle, fachgerechte Verwendung von Abdichtungsmaterialien, Rahmenentwässerung, Wasserführung an und in Schwellen
Referenten
Dipl.-Ing. Silke Sous, Architektin
Von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Schäden an Gebäuden, Staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz
Gebühr
Zielgruppe
Architekt*innen, Energieberater*innen, Ingenieur*innen, Innenarchitekt*innen, Sachverständige
Veranstaltungsnummer
1127-003
Veranstalter
Architektenkammer Niedersachsen
Fortbildungsakademie
Tel.: 0511 28096-66
fortbildung@aknds.de