Datum
Dienstag, 24.11.2026 und Dienstag, 01.12.2026 jeweils von 09.30 Uhr - 12.45 Uhr
Tag 1 – Grundlagen und Anforderungen
4UE | 09:30 – 12:45
Tag 2 – Ausschreibung + Bauausführung, sowie Besprechung der Praxisaufgabe
4UE | 09:30 – 12:45
Veranstaltungsort
Digitaler Lernraum der
Architektenkammer Niedersachsen
Online
Die Auswahl schadstoffarmer und ökologischer Bauprodukte gewinnt in Planung, Ausschreibung und Bauausführung zunehmend an Bedeutung. Anforderungen an gesunde Innenräume, aus Nachhaltigkeitszertifizierungen und dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) machen es erforderlich, dass Materialentscheidungen frühzeitig und nachvollziehbar getroffen werden müssen.
Für Architekt:innen und Planende stellt sich dabei die Frage, wie materialökologische Anforderungen fachlich richtig eingeordnet, produktneutral beschrieben und in Ausschreibungen so formuliert werden können, dass sie im weiteren Projektverlauf prüfbar und dokumentierbar bleiben. In der Praxis bestehen häufig Unsicherheiten: Welche Anforderungen sind relevant? Wie findet man passende Produkte und welche Nachweise sind geeignet? Wie lassen sich Umweltzeichen, technische Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter, Herstellererklärungen oder Prüfzeugnisse einordnen? Welche Hilfsmittel gibt es?
Das Seminar vermittelt Grundlagen zur schadstoffarmen und ökologischen Baustoffwahl und zeigt anhand praxisnaher Beispiele, wie entsprechende Anforderungen in Planung, Ausschreibung und Bauausführung umgesetzt werden können. Dabei werden typische Produktgruppen des Ausbaus betrachtet, zum Beispiel Bodenbeläge, Klebstoffe, Spachtelmassen, Grundierungen, Farben, Lacke, Dichtstoffe, Holzwerkstoffe und Dämmstoffe.
Ergänzend werden der QNG-Kontext sowie relevante materialökologische Anforderungen und Nachweise fachlich eingeordnet.
Inhalte des Seminars sind:
Grundlagen
Ökologische Baustoffwahl – Was gehört dazu und welche Rolle spielen Schadstoffe?
Rechtliche Grundlagen – Alles schon geregelt?
Relevanz schadstoffarmer Baustoffe für Innenraumqualität, Nachhaltigkeit und Planungspraxis
Riskante Stoffe in aktuellen Bauprodukten
Raumluftmessung
Anforderungen und Nachweise
Materialökologische Anforderungen im Kontext von QNG-Förderung und Nachhaltigkeitszertifizierungen
Hilfsmittel WECOBIS, baubook, Umweltzeichen
Inhalt von Nachweisdokumenten, z.B. technische Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter, Herstellererklärungen und Prüfzeugnisse
Planung, Ausschreibung, Bauausführung
Produktneutrale Formulierung materialökologischer Anforderungen + Platzierung in Ausschreibungstexten
Kurze Praxisaufgabe zur Formulierung materialökologischer Ausschreibungsanforderungen und zur Produktfindung
Gemeinsame Besprechung ausgewählter Lösungswege am zweiten Seminartermin
Praxisaufgabe
Zwischen dem ersten und dem zweiten Seminartermin bearbeiten die Teilnehmenden eine kurze Praxisaufgabe. Dabei werden beispielhaft materialökologische Anforderungen für ausgewählte Produktgruppen formuliert und passende Produkte mit den geeigneten Nachweisen recherchiert.
Die Praxisaufgabe wird nicht bewertet; sie dient der Anwendung der vermittelten Inhalte und bildet die Grundlage für die gemeinsame Besprechung und fachliche Einordnung ausgewählter Lösungswege am zweiten Seminartermin. Im Mittelpunkt stehen, typische Fehlerquellen, mögliche Lösungswege für die Formulierung prüfbarer, produktneutraler Ausschreibungsanforderungen und die Produktfindung.
Die Veranstaltung wird für die Verlängerung der Eintragung in der Energieeffizienz-Expertenliste mit 8 Unterrichtseinheiten (UE) Wohngebäude, 8 UE Nichtwohngebäude und 8 UE Energieaudit DIN 16247 beantragt.
Referenten
Petra Wurmer-Weiß, Dipl.-Ing. (FH) Architektin, SV f. Nachhaltiges Bauen (SHB), Freie Chefredakteurin WECOBIS, München
Min. Teilnehmer
10
Max. Teilnehmer
50
Gebühr
Zielgruppe
Architekt*innen, Energieberater*innen, Ingenieur*innen
Anrechenbarkeit
Die Veranstaltung entspricht 8 Fortbildungsstunden / Unterrichtseinheiten à 45 Min.
Veranstaltungsnummer
1226-060
Veranstalter
Architektenkammer Niedersachsen
Fortbildungsakademie
Tel.: 0511 28096-66
fortbildung(at)aknds.de
Kooperationspartner
Die Fortbildung wird im Rahmen des Projekts „Klimaschutz und Baukultur“ durchgeführt, das gefördert wird durch das Land Niedersachsen sowie in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.